Erinnerung: Informatik ist ein Kofferwort aus «Information» und «Automatik». Bei Automatik geht es um die Automatisierung, und für Automatisierung benötigen wir Befehle oder Anweisungen und deren Befolgung oder Ausführung.
Anweisungen oder Befehle
- … müssen messerscharf präzis erteilt werden – dies erfordert gutes Durchdenken.
- … werden messerscharf präzis befolgt – nur dann ist Automatisierung effizient nutzbar.

Experiment
Anweisungen:
- Bilden Sie zu zweit eine Gruppe. Sie sind nun Zebra und Lama. Dies ist Teamarbeit, und Sie halten alles schriftlich fest.
- Regeln:
- Das Zebra befolgt, das Lama befiehlt.
- Das Lama muss jede einzelne Tätigkeit, die das Zebra machen muss, befehlen.
- Das Lama darf nur Befehle erteilen und bei Bedarf Fragen stellen, die das Zebra zu beantworten hat.
- Alle üblichen gesetzlichen, sozialen und zwischenmenschlichen Regeln gelten jederzeit.
- Bekommt das Zebra einen Befehl, den es nicht ausführen will oder kann, kann es «Error» sagen, und das Lama muss die Anweisung korrigieren.
- Anfangszustand:
- Das Zebra steht am Tisch, hinter dem Stuhl, der normal versorgt beim Tisch steht.
- Am entfernten Rand des Tischs liegt ein Blatt Papier, auf dem ein funktionierender Stift liegt.
- Zielzustand:
- Am Ende der Übung soll das Zebra auf dem Stuhl sitzen, das Blatt und der Stift gleich wie am Anfang liegen, aber auf dem Blatt ist ein Rechteck gezeichnet.
- Auftrag:
- Das Lama muss das Zebra mit einer Reihenfolge von Befehlen vom Anfangszustand in den Endzustand überführen. Die Befehlsreihe muss lesbar vorliegen, sodass auch andere Personen sie erteilen und befolgen könnten.
Phasenmodell
Lassen Sie sich von diesem Ablauf inspirieren:

- Konzeptphase: überlegen Sie sich, was zu tun ist, tauschen Sie sich aus
- Entwicklung:
- Umsetzung: schreiben Sie die Liste der Befehle auf, die das Zebra dazu bringen wird, von der Ausgangslage zum Endziel zu gelangen
- Überprüfung: probieren Sie die Abfolge der Befehle immer wieder aus
- Wiederholen Sie Umsetzung und Überprüfung so oft, bis der Ablauf funktioniert!
- Publikation:
- Demonstrieren Sie Ihre Lösung!
Tipps
- Treffen Sie Vereinbarungen! Muss Atmen, Schlucken, Blinzeln mit befohlen werden?
- Lama: Versuchen Sie, immer von der Perspektive vom Zebra auszugehen. Es kann nur eigene Gliedmassen steuern. Statt «nehme das Blatt» wäre es eher «biege Unterarm nach vorne, öffne Hand, …» usw.
- Die Detailtiefe kann unterschiedlich sein. Wenn Sie genügend Zeit haben, versuchen Sie mehr ins Detail zu gehen. Beispiel: «Zeichne ein Rechteck» wäre eher «Setze Stiftspitze auf Papier auf, ziehe Stift in einer geraden Linie…» usw.
- Zebra: seien Sie «störrisch» oder «schwer von Begriff»: schärfen Sie die Gründlichkeit und Genauigkeit des Lamas, indem Sie wirklich nur das tun, was Ihnen befohlen wird.
Durchführung
- Führen Sie das Experiment gemäss der Anweisung durch.
- Reflektion:
- Wer von Lama und Zebra ist Maschine, wer Mensch?
- Aus welchen Befehlen besteht die Sprache, die Sie entwickelt haben? Was sind die Eigenschaften oder Parameter jedes Befehls?
- Wie verlief das Experiment für Sie?
- Was ging leicht?
- Was war schwierig?
- Was haben Sie erst bei der Publikation gemerkt?
Überprüfung
- Was ist nötig, um einen Ablauf automatisieren zu können?
- Nennen Sie mögliche Befehle und Parameter für diesen Auftrag.
- Was sind die Phasen unseres Phasenmodells, und in welcher Reihenfolge?
- Präzise Befehle (Mensch) und deren präzise Befolgung (Maschine) – in der präzisen Reihenfolge
- Beispiele:
- Schreiten: in welche Richtung? Wie weit?
- Hand bewegen: in welche Richtung? Wie weit?
- Sich drehen: in welche Richtung? Um wieviel Grad?
- Konzept, Umsetzung, Überprüfung, Publikation